... Hornstein aus Börtewitz bei Leisnig ...

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In Börtewitz bei Leisnig/Döbeln wurde im Jahre 2001 anlässlich einer Grabung durch das Landesamt für Umwelt und Geologie und der Bergakademie Freiberg auch eine anstehende, längliche Hornsteinlinse entdeckt. Bei den angeschnittenen Schichten handelt es sich um vulkanisch beeinflusste Seeablagerungen aus dem Rotliegenden (Oschatz-Formation) mit einer gut erhaltenen Fauna. Der überwiegend rote, recht kristalline Hornstein enthält oft nur wenige fossile Reste wie Ostracodenschalen und schlecht erhaltenes Holz. Achat-Strukturen innerhalb der Matrix sind nicht selten zu beobachten.

Doch handelt es sich wirklich um eine Hornsteinlinse? Das auf dem Hornsteintreffen 2005 gezeigte Stück und auch weitere Exemplare zeigen eine kleine Holzachse mit Markraum und sonderbaren wellenförmigen Zonen darum. Strukturell erinnert das stark an den Aufbau von Bärlapp-Bäumen. Diese besitzen einen kleinen Markraum (ca.10%), einen Holzzylinder (ca.10%) und eine mächtige Rinde darum (ca. 80%). So wäre der rote Hornstein als stark zersetzte Rinde zu deuten. In der Peripherie des Holzzylinders sind vereinzelt Ostracodenschalen zu finden. Nutzten die Muschelkrebse diesen Rindenmatsch als Nahrungsquelle? Eine andere mögliche Deutung wäre ein beträchtlicher Algenbewuchs auf einer vergleichsweise kleinen (?Gymnospermen-) Achse. Immerhin war die Hornsteinlinse 2-3 Meter lang, ein guter Grund anzunehmen, daß es sich überhaupt um eine Pflanzenachse handelt. Leider ist die Zellerhaltung so schlecht, daß dieses Problem vorerst ungeklärt bleibt. Die Untersuchungen durch P.TSCHERNAY und C.BRACHMANN (TU Freiberg) sind noch nicht abgeschlossen und bringen sicher noch weitere Erkenntnisse.

 
 

Grabung Börtewitz 2001 durch das LfUG und die BAF

Börtewitz - Hornstein

Hornstein mit Muschelkrebsen

P323Ho, Hornstein mit Achse und Ostracoden-Schalen

Hornsteinlinse, gezeigt auf dem Hornsteintreffen 2005

     

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