Bornheimer Wurzeln

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Das Gebiet um Schallodenbach ist bekannt für rotliegendzeitliche, vulkanisch beeinflusste Ablagerungen, doch auch nördlich des Donnersberg-Vulkans treten die Schichten zu Tage. Speziell im Raum Alzey werden auf der Suche nach anorganischen Siliziten immer wieder fossilführende Hornsteine gefunden. So erging es auch A.KITTELMANN/Hagen, welcher in der Gegend um Bornheim Achate sammelt. Meist handelte es sich "nur" um die bekannten durchwurzelten Seismite, ein Stück jedoch hat keine Ähnlichkeit mit den Belegen aus der Region um Schallodenbach (Abb.1). Es soll daher an dieser Stelle Erwähnung finden.

Der Fund ist deutlich gerundet, aber nicht abgerollt. An machen Stellen ist eine helle Verwitterungsrinde erkennbar. Möglicherweise beeinträchtigt eine ausgeprägtere weisse Rinde bei anderen Funden die Erkennbarkeit. Die Matrix besteht aus fast wasserklarem Chalzedon, welcher von kleinen gelb-bräunlichen Achsen durchzogen ist. Der Durchmesser reicht von einem halben bis zu zwei Millimetern, viele sind im Randbereich gut zellerhalten, im Längsschnitt sind kurze Zellen zu sehen. Auch nach intensiver Suche waren keine zentralen Leitbündel erkennbar, die grösseren Achsen sind innen oft mit klarem Chalzedon gefüllt (Abb.2). Leider lässt die partiell schlechte Erhaltung eine Bestimmung der Pflanzenreste nicht zu.

 

Abb.1: Hornstein mit Wurzeln

 

Abb.2: verschieden grosse Wurzeln in transparenter Matrix

Das chaotische Gewirr macht auf den ersten Blick den Eindruck, dass es sich um Wurzeln handelt. Fehlende Blättchen bestärken den Verdacht. An einigen Achsen lassen sich kleinere, steil ansitzende Abgänge beobachten, welche teils noch weit in die Matrix verfolgt werden können, doch auch sehr kurze, junge Seitentriebe sind zu sehen (Abb.3). Es gibt Anzeichen für eine Verfrachtung oder Beschädigung: deutlich sind an mehreren Stellen abgebrochene Querschnitte in der Matrix erkennbar (Abb.4). Interessant ist, dass diese Stellen nicht mit der hellen Kruste belegt sind, welche sonst die Wurzeln überzieht. Dieses spricht für einen Bewuchs durch Algen oder eine mineralische Umkrustung zu Lebzeiten.

 

Abb.3: kurze, umkrustete Seitenwurzeltriebe

 

Abb.4: abgebrochene Wurzeln in der transparenten Matrix

Es bleibt zu wünschen, dass in dem Gebiet noch weitere Belege dieser interessanten Hornsteinvariante gefunden werden. Möglicherweise lässt sich dann die Zugehörigkeit zu einer Pflanzengruppe nachweisen. Mein Dank gilt Herrn A.KITTELMANN/Hagen, welcher den Fund für Untersuchungen freundlichst zur Verfügung stellte und mir einen Teil der "Beute" überliess.

Text & Aufnahmen: R. KRETZSCHMAR/Chemnitz

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