Ein Madenstein aus Nobitz

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Die Kiesgrube Nobitz bei Altenburg (Thüringen) erbrachte in den letzten Jahren erstaunliche Funde grau-brauner Hornsteine, mit deren Hilfe eine diverse Rotliegend-Flora nachgewiesen werden konnte. Reste von Baum- und Kletterfarnen, Cordaiten, baumförmigen Bärlappgewächsen und Schachtelhalmen wurden in diesen Kieseltorfen entdeckt. Trotzdem sind die nicht gerade farbenfrohen Stücke unter den Sammlern wahrscheinlich nicht die begehrtesten, lassen sich doch (wenn auch weitaus seltener) rot-gelbe Hornsteine finden, welche nicht nur um einiges attraktiver aussehen, sondern auch hin und wieder durch eine vorzügliche Erhaltung vieler Details beeindrucken.

Ein besonders schönes Fundstück aus der Sammlung FROHBERG/Friedrichroda wird im Folgenden gezeigt. Es handelt sich um einen Madenstein (Abb.1), der es in Sachen Zellerhaltung sogar mit guten Stücken des Döhlener Beckens aufnehmen kann. In einer wasserklaren Chalzedon-Matrix finden sich neben Gymnospermen-Samen (Abb.2) einige Farnblättchen mit ansitzenden Synangien (Abb.3 & Abb.4). Die Sporenbehälter sind stellenweise geöffnet. Eindrucksvoll zellerhaltene Sporangien-Wände können im Schliff von innen betrachtet werden. Ob es sich bei dem fertilen Farnlaub um Scolecopteris elegans handelt, läßt sich momentan leider nicht feststellen, da sich für die Bestimmung notwendige Merkmale wie z.B. die Aderung der Blättchen nicht erkennen lassen.

Abb.1: rot-gelber Madenstein aus der Kiesgrube Nobitz

Abb.2: Samen einer Gymnosperme

Abb.3: fertile Farnblättchen

 

Abb.4: zellerhaltene Sporangien

Um etwaigen Enttäuschungen vorzubeugen sei an dieser Stelle noch bemerkt, daß in Nobitz auch häufiger rot-gelbe Jaspise bzw. Moosachate vorkommen, welche auf den ersten Blick der hier gezeigten Hornsteinvariante ähnlich scheinen. Diese lassen sich jedoch anhand ihrer Struktur fast immer von außen als anorganische Bildungen identifizieren (keine ausgeprägte Schichtung, Moosachat-Struktur). Bei Zweifeln lohnt ein Schnitt (bitte nicht zerschlagen!).

Text & Aufnahmen: R.KRETZSCHMAR/Chemnitz

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