... Hornstein aus der Kiesgrube Altenburg-Nobitz ...

for English version click here!

Vor allem zwei Dinge lassen diesen Hornstein- und Kieselholzfundort besonders hervortreten. Einerseits ist es die außerordentlich beeindruckende Menge an fossilführendem Hornstein und zum Anderen die Vielfalt der auftretenden, identifizierbaren fossilen Reste. Bereits in Thüringen gelegen, ist diese Kiesgrube direkt über die B180 erreichbar und befindet sich gleich neben dem Rollfeld des Altenburger Regionalflughafens. Die Kiese und Sande wurden direkt im entstandenen See abgebaut, der auch ein Domizil für Angler darstellt. Unregelmäßig wurden beim Baggern Schotterschichten angeschnitten, welche in starkem Maße verschiedentlichen Hornstein führen. Der prozentuale Anteil der von uns gesuchten Silizite am gesamten Fördervolumen ist schwer zu schätzen, liegt jedoch gegenüber allen anderen bisher besuchten Kiesgruben Nordwestsachsens sehr viel höher. Es handelt sich um meist laminierte, weisse, graue oder braune, oft kaum gerundetete Hornsteine. Seltener können Strukturen auf den Deckflächen (Sigillariarinde, Farnblättchen, Macrostachya etc.) beobachtet werden. Besonders prächtig sind sehr selten vorkommende, rote Hornsteine u.a. mit Farnblättchen samt Sporangien (Scolecopteris?).

Die Hornsteine wurden bereits im Obereozän (Tertiär) durch den "Altenburger Fluß" verfrachtet und sind primär sehr wahrscheinlich den Rüdigsdorfer-/ Wolftitzer Rotliegendtuffen zuzuordnen. Angesichts der Fundhäufigkeit und der beobachteten Kantenrundungen wurden sie anscheinend nicht weit transportiert. Eine detaillierte Bearbeitung steht noch aus, wäre aber angesichts der Funde ein sehr lohnendes Thema z.B. für eine studentische Projektarbeit!

Text & Aufnahmen: R.KRETZSCHMAR/Chemnitz, Aufnahmen: H.SAHM/Dresden, F.ALBRACHT/Waltershausen, R.RÖSSLER/MfNChemnitz

 
 

Kiesgrube Altenburg-Nobitz

P256Ho, "Madenstein"

P211Ho, Hornsteindeckfläche mit Bärlapprinde

Hornsteindeckfläche mit Bärlapprinde

P308Ho, Syringodendron sp. mit Zellstruktur

P307Ho, Hornstein mit ?Stigmaria sp.

P300Ho, Hornstein mit ?Calamitenresten

Hornsteindeckfläche mit Calamitenstrobilus

Hornsteindeckfläche mit Sphenophyllumstengel

P305Ho, Hornstein mit ?Anachoropteris - Wedelstielen

P084Ho, Hornstein mit ?Psaronius sp.

P315Ho, Hornstein mit "Wurm"-Struktur

"Madenstein"

P222Ho, Hornstein mit Farnblättchen

P309Ho, Hornstein mit "Reissverschluß"-Struktur

P223Ho, Silizit mit unbekannter Zellstruktur

 

Beobachtungen

Nordwestsachsen-Bärlappe
Ausstellungen zum Thema fossilführende Hornsteine
Ein Madenstein aus Nobitz
besiedelter Luftwurzelmantel im Kieseltorf

zurück