Pecopteris im Hornstein vom Windberg

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Der hier vorgestellte Hornstein (Abb.1) hat eine Größe von 12 x 7,5 cm. Nach sorgfältiger Wahl der Schnittebene und mit etwas Glück gelang es mir, ein großes Fiederstück vorletzter Ordnung von Pecopteris sp. auf der polierten Fläche zu erhalten. (Die Formgattung Pecopteris umfaßt die sterilen Wedel aller Scolecopteris-Arten.) Auffällig sind die vielen gegabelten Blattnerven, deshalb kann es kein steriles Wedelstück von Scolecopteris elegans sein. Es ist aber sicher eine Scolecopteris - Art, da auf anderen Schnittflächen des gleichen Hornsteinblocks Blättchen mit Synangien sichtbar sind.

 

Abb.1: Hornstein mit Pecopteris - Fiederchen auf der Schnittfläche (Übersicht)

 

Abb.2: Hornstein mit Pecopteris - Fiederchen auf der Schnittfläche (Detail)

 

Abb.3: Blättchen mit gegabelten Nerven im Hornstein

Bei meiner Tätigkeit im Schacht "Willi Agatz" (Dresden) konnte ich untertage in allen damals abgebauten Flözen verschiedene fossile Farne sammeln. Hervorzuheben ist die Lette 7 des 5. Flözes. Die bekanntermaßen gute Erhaltung im hellen Tonstein [1] ließ Einzelheiten wie die Blattnerven gut erkennen. Anhand der Vielfalt der Farne im Tonstein wird angenommen, daß auch in den Hornsteinen mehr als nur die bekannte Art Scolecopteris elegans vorhanden ist. Zahlreiche Fundstücke, wie zum Beispiel das hier vorgestellte, unterstützen diese Vermutung.

Text & Aufnahmen: G. MÜLLER/Dresden

[1]

M. BARTHEL, R. RÖßLER: Rotliegend- Farne in weißen Vulkan-Aschen im Tonstein der Döhlen-Formation als paläobotanische Fundschichten,
Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz 18 (1995), 5-24.

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