... Kieseltorf aus Rüdigsdorf ...

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Die Porphyrbrüche von Rüdigsdorf bei Kohren-Sahlis wurden von ROTHPLETZ während seiner Kartierungsarbeiten besucht und von ihm bereits 1901 als "schon seit längeren Jahren auflässig" bezeichnet. Nach Informationen des Geschichtsvereins Kohren-Sahlis waren die Arbeiten in Rüdigsdorf bereits 1822 eingestellt worden. Der in mehreren kleinen Brüchen abgebaute feine Tuff wurde schon frühzeitig für das Altenburger Rathaus (1561) und durch die Stadt Leipzig (1568) verwendet. Sammler wie DÜRR, CRUSIUS, COTTA und GUTBIER waren es, welche Pflanzenfossilien aus den Brüchen bergen konnten oder auch beschrieben haben. Deren Ausführungen deuten teils auch auf Hornsteine mit Pflanzenresten. So beschreibt GUTBIER z.B. einen aus der Sammlung DÜRR stammenden Hornstein mit Farnabdruck. GEINITZ nennt in seiner "Dyas" den Rüdigsdorfer Hornstein als "...ungewöhnliche und daher gleichfalls sehr zu beachtende Schicht...." In der Sammlung COTTA befinden sich einige Kieselhölzer und Hornsteine aus Rüdigsdorf. Sicher gibt es auch noch weitere Spuren in der Geschichte der Paläobotanik, die zu Rüdigsdorfer Hornstein führen.

Wanderwege durchkreuzen heute das Areal am Lenkersberg und laden zum Spazieren ein. Die Brüche selbst sind schon recht zugewuchert, anstehende Hornsteinlagen konnten dort leider nicht beobachtet werden. Lediglich im kleinen Bächlein Maus lassen sich noch vereinzelt wenig verfrachtete Hornsteinstücke finden. Von dort stammen die hier gezeigten Exemplare. Es ist anzunehmen, daß die Bachfunde aus der Schichtfolge des Rüdigsdorftuffs stammen. Woher genau, gilt es noch zu ermitteln.

Die typischen Rüdigsdorf - Hornsteine zeigen eine schwarz/braun/rote, laminierte Struktur, meist ohne erkennbaren (Zell-) Inhalt. Auf den Deckflächen dieser Stücke können selten Syringodendron- und Stigmaria cf. ficoides - Strukturen gefunden werden. Ein weiterer, weitaus seltenerer Hornsteintyp zeigt merkwürdige platten- und schlauchartige Strukturen, deren Deutung schwierig scheint und noch aussteht.

 
 

Lenkersberg bei Rüdigsdorf

Rüdigsdorfer Silizite

P147Ho, Kieseltorf mit Syringodendron

P066Ho, Kieseltorf mit Syringodendron

Stigmaria cf. ficoides

rätselhafter "Schlauchstein"

 

Beobachtungen

Sigillarien in Nordwestsachsen
Sammlung Cotta
Ausstellungen zum Thema fossilführende Hornsteine

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