... die Hornsteinbank im Muschelkalk ...

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Vor 245 Millionen Jahren begann mit der Trias das Erdmittelalter (Mesozoikum). Der Begriff Trias bedeutet Dreiheit und wurde 1834 von dem deutschen Geologen V. ALBERTI für die Schichtenfolgen Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper in Süddeutschland eingeführt. Zum Ende der Buntsandsteinzeit (vor 240 Millionen Jahren) überschwemmte das Urmittelmeer, die Tethys, weite Teile Europas. Es entstand zunächst ein seichtes, etwa 15-35 m tiefes Binnenmeer mit unwirtlichen Bedingungen (hoher Salzgehalt, lokale Austrocknungen). Diese recht fossilarmen Ablagerungen werden als Unterer Muschelkalk (mu) bezeichnet. Während der zweiten Muschelkalkphase dampfte das Meer nach und nach ein. Dieser Mittlere Muschelkalk (mm) ist durch einige Kali- und Steinsalzvorkommen gekennzeichnet. Durch einen neuen Frischwassereinbruch von der Tethys entstanden wesentlich günstigere Lebensbedingungen in dem nun etwa 20-50 m tiefen Meer. Diese recht artenreiche Lebewelt ist z.T. in den mächtigen Ablagerungen des Oberen Muschelkalks (mo) als Versteinerungen erhalten geblieben. Vor 230 Millionen Jahren schrumpfte das Muschelkalkmeer und die Keuperzeit begann.

Hornstein findet sich nur an der Grenze zwischen dem Mittleren Muschelkalk und dem Oberen Muschelkalk. Diese Grenze wird durch einen scharfen Übergang von dolomitischen Schichten (obere Dolomit-Wechselfolge des mm) zu kompakten Kalksteinschichten (Trochitenkalk des mo) gebildet. Der Trochitenkalk bildet den unteren Bereich des Oberen Muschelkalks. Namensgebend sind die oft massenweise auftretenden, manchmal gesteinsbildenden Stielglieder von Seelilien (Trochiten).

Die Hornsteinbank bildet die Basis des Trochitenkalks und ist damit ein lithostratigraphisch wichtiger Leithorizont, der im nordöstlichen Baden-Württemberg und in Thüringen nachgewiesen worden ist. Eine durchgehende Bank ist jedoch nicht überall ausgebildet (z.B. Raum Hohenlohe, B.W.). Die Hornsteinbank ist meist 20 bis 30 cm mächtig und beinhaltet an der Basis oft Dolomitintraklasten. Die unregelmäßig bis linsenförmig geformten, meist dunkelgrauen Hornsteinknollen liegen parallel zur Schichtung. Der Übergang vom verkieselten Bereich zum Kalkstein ist oft fließend.

Die maßgebliche Bearbeitung erfolgte durch F.ALBRACHT/Waltershausen (Danke Frank!). Näheres zu den Fossilien des Muschelkalkmeeres sehen Sie übrigens unter www.muschelkalk.net.

 

Trias - Hornstein aus Baden-Würtemberg

 

 

Trias - Hornstein aus Thüringen

         
             

Beobachtungen

Stromatolithen aus dem Weitzschkerbachtal

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