... Kieseltorf aus Nova Paka ...

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Die recht ansehnlichen Hornsteine aus Tschechien sind schon eine Weile bekannt. Unter dem Schlagwort "Stigmaria" werden diese Silzite nicht nur in unserem Nachbarland gehandelt. Oftmals zu unrecht, denn die nicht unansehnlichen Wurzeln der Bärlappe mit ihren Appendices sind bei weitem nicht die einzigen Bestandteile der abgebildeten Flora. Schachtelhalm- und Farnreste sowie einige noch nicht definierbare Strukturen sind in zum Teil faszinierender Weise (Zell-)erhalten. Absolut herausragende Stücke sind sehr gut erhaltene Bärlappfruktifikationen.

Erstaunlich ist, daß trotz gutem Bekanntheitsgrad anscheinend noch keine wissenschaftliche Bearbeitung der Hornsteine stattgefunden hat. Literatur zu dem Thema ist uns jedenfalls nicht bekannt. Daher wundert es auch nicht, daß hinter der zeitlichen Einordnung in das Perm ein Fragezeichen steht. Manche sähen die sehr bärlapplastige Flora wohl lieber im Karbon (was anhand der Fundsituation natürlich nicht auszuschließen ist). Wie so oft, werden die Hornsteine auch hier verfrachtet gefunden. Auf Feldern bei Ujezdec und Zeleznice kann dieser Kieseltorf mit etwas Glück aufgesammelt werden.

Angesichts der Situation auf der wissenschaftlichen Seite stimmt uns ein Phänomen mehr als nachdenklich. "Stigmaria" wird inzwischen sehr gut, oft und teuer verkauft. Vor allem für die Verarbeitung zu Schmuck oder Gebrauchsgegenständen (z.b. Aschenbecher) wird der ausserordentlich attraktive Hornstein verwendet. Exklusive Schmuckstücke enthalten dabei immer öfter auch die wissenschaftlich interessantesten fossilen Reste. Die Chance, daß solche Stücke dann doch noch in die Hände eines Paläobotanikers gelangen, ist als äußerst gering einzuschätzen. Eine schnelle und gründliche Bearbeitung der Flora tut also not, bevor die letzten Exemplare zerschnitten und verkauft sind.

 

Madenstein aus Zeleznice

Stigmarie mit Appendices aus Ujezdec

 

Lepidostrobus und mehr aus Ujezdec

 

 

 

typischer Nova Paka - Hornstein

           

Beobachtungen

Ausstellungen zum Thema fossilführende Hornsteine

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